Denkmalschutz Brandenburger Tor

Denkmalschutz bei Immobilien als kultureller Nachlass

Warum gibt es überhaupt Denkmalschutz?

Ein Denkmal wird in jedem Land der Welt geschützt, nahezu alle Kulturen (bis auf barbarische Ausnahmen wie Steinzeitislamisten oder -kommunisten) verankern den Denkmalschutz in ihren nationalen Gesetzen. Wenn es ein Denkmal in das UNESCO-Weltkulturerbe schafft, genießt es auch internationalen Schutz. Das ist einer der Hintergründe für den Einmarsch französischer Truppen Anfang 2013 ins afrikanische Land Mali, in dem islamische Extremisten die Heiligen Stätten in den historischen Orten Timbuktu und Gao zerstört hatten. Natürlich gibt es auch in westlichen Zivilisationen solch barbarische, verbrecherische Vorfälle, die Zerstörung der barocken Innenstadt von Dresden am 13./14.02.1945 gehört dazu. Die UNESCO gibt es erst seit 1946 (es gab aber im Völkerbund eine Vorgängerorganisation, die Briten und Amerikaner wussten genau, was sie in Dresden anrichten).
Die Bewahrung menschlicher Kulturgeschichte findet in einem sehr starken Ausmaß über Baudenkmale statt, sie sind für unser historisches Selbstverständnis unverzichtbar. Dazu gehören auch die kleineren Denkmale in den gewachsenen Stadtkernen, die Häuser mit einer über hundertjährigen Geschichte.

Private Investoren sorgen für Denkmalschutz

Ein Denkmal erschließt sich in seiner Bedeutung durch den urbanen Kontext, sämtliche Baudenkmäler einer Altstadt oder eines Straßenzuges prägen das Stadtbild und benötigen dadurch Schutz. Nicht nur ein Schloss oder eine Kirche allein, auch Gründerzeitvillen in einem Stadtteil, die Renaissance-Architektur einer Altstadt oder ganze Viertel im Bauhaus-Stil müssen bewahrt werden. Der Staat allein kann diese Aufgabe nicht bewältigen, sie jedoch durch steuerliche Förderung unterstützen. Deutschland hat daher schon vor Jahrzehnten Denkmalschutzgesetze erlassen, die ihre Wirkung durch eben diese steuerliche Förderung entfalten. Kapitalanleger setzen 100 Prozent, Selbstnutzer einer Denkmalimmobilie 90 Prozent aller Sanierungskosten steuerlich ab. Die Voraussetzung hierfür ist die Anerkennung einer Immobilie als Denkmal. Was genau ein Denkmal ist, wird je nach dessen Einordnung als Monument oder Mahnmal, Kunst- oder Kulturgut, Boden- oder Baudenkmal bestimmt. Das Baudenkmal stellt ein Zeugnis vergangener Baukunst dar, der Begriff entstand im 19. Jahrhundert und führte zur aktuellen denkmalrechtlichen Bestimmung. Die ersten privaten Vereine, die Baudenkmäler bewahren und schützen wollten, entstanden zwischen 1820 und 1830 in Deutschland, sie erforschten die historischen Städte und ordneten einzelne Immobilien als Denkmal ein. Bezeichnenderweise entfalteten sich erste derartige Aktivitäten in Sachsen mit Schwerpunkt Dresden (vergleiche zum Beispiel die Autoren Cornelius Gurlitt und Richard Steche: „Beschreibende Darstellung von Bau- und Kunstdenkmälern des Königreiches Sachsen“, Dresden 1882 – 1923). Der erste deutsche „Tag für Denkmalpflege“ wurde 1900 ausgerichtet, anlässlich dieser Veranstaltung wurde der Kunsthistoriker Georg Dehio beauftragt, deutschlandweit eine Inventarisierung von Bau- und Kunstdenkmälern vorzunehmen. Das Großherzogtum Hessen folgte 1902 mit dem ersten deutschen Denkmalschutzgesetz, die anderen deutschen Fürstentümer und Länder schlossen sich im Verlaufe des 20. Jahrhunderts an. Im Zuge dieser Gesetzgebung setzten sich übergreifende Bestimmungen durch, die ein Denkmal als einzigartig, architektonisch exponiert, historisch bedeutsam und damit schützenswert definieren.

Denkmalschutz nutzt allen

Trotz der Unterschiede in den Denkmalschutzgesetzen der deutschen Bundesländer erfüllen diese gemeinsam den Zweck, eine Immobilie als Denkmal zu bestimmen, wenn sie diese Definition verdient hat, und damit de jure ihren Erhalt steuerlich zu fördern. Die Allgemeinheit profitiert davon ebenso wie der Staat und nicht zuletzt die Kapitalanleger. Der Staat wird von der Bereitstellung primärer Mittel entlastet. Wenn das nicht geschähe und es auch keine steuerlichen Anreize gäbe, würden die Altstädte verfallen, wie es beispielsweise in der DDR geschah. Hier wurden manch wertvolle Denkmalimmobilien nur durch private Initiativen und oft gegen den Willen der Behörden gerettet, wiederum besonders in Städten wie Dresden.

 

Diese Denkmalimmobilien sind aktuell im Angebot: