Denkmalschutzamt Deutschland

Denkmalschutzamt bestimmt eine Immobilie als Baudenkmal in Deutschland

Bestimmung als Baudenkmal in Deutschland

Die Benennung eines Gebäudes als Baudenkmal erfolgt behördlich durch das zuständige Denkmalschutzamt. Der Denkmalschutz ist in Deutschland Ländersache, jedes Bundesland hat eigene Denkmalschutzgesetze und entsprechend eigene Richtlinien. Diese ähneln sich zwangsläufig stark, denn für die historische, architektonische Bestimmung gibt es anerkannte Fachkriterien. Dennoch tragen die Denkmalschutzgesetze der deutschen Bundesländer eigene Züge, die zu spezifischen Voraussetzungen für die Einordnung als Baudenkmal führen.

Bedeutung der Denkmaleinordnung

Nur Baudenkmale genießen beim Erwerb und vor allem der Sanierung die entsprechende steuerliche Würdigung. Kapitalanleger wie Selbstnutzer müssen daher beachten, inwieweit der Eintrag in die Denkmalliste des jeweiligen Bundeslandes erfolgt ist. Eigene Gutachten genügen ebenso wenig wie ein Vergleich mit ähnlichen Immobilien im selben Bundesland oder an anderen Standorten. Der gesunde Menschenverstand indiziert solche Vergleiche, das Finanzamt allerdings geht strikt nach den Denkmallisten vor und gewährt die Steuervorteile oder nicht. Die Denkmalschutzämter setzen ihre eigenen Gutachter an, die nach den Kriterien des regional geltenden Denkmalschutzgesetzes die Bewertung vornehmen. Auch bei der Sanierung beobachtet das Amt für Denkmalsschutz die Sanierungsarbeiten und registriert, inwieweit die Maßnahmen den Richtlinien des Denkmalschutzes – immer bezogen auf das jeweilige Gebäude – entsprechen. Besonders Fassaden, Türen, Fenster, Dachgiebel, Erker und Simse müssen im absoluten Originalzustand inklusive der verwendeten Materialien (vielfach Holz) hergestellt werden. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten erkundigt sich das zuständige Finanzamt beim Denkmalschutzamt, ob die Immobilie die Einordnung als Denkmal erhält. Das ist ein schlichter Verwaltungsakt. Bei positivem Bescheid werden die Erwerbs- und Sanierungskosten im geltenden Rahmen steuerlich anerkannt.

Die beiden deutschen Systeme der Anerkennung als Baudenkmal

Zwei Systeme existieren in Deutschland, aufgrund derer das Denkmalschutzamt eine Immobilie als Baudenkmal benennt und in die Denkmalliste aufnimmt:

  • Nachrichtliches System: Das jeweilige Bundesland hat in seinem Denkmalschutzgesetz die Merkmale für ein Baudenkmal exakt beschrieben. Das ist in jedem Fall gegeben, nur dient beim nachrichtlichen System allein dieser Gesetzestext als Vorlage für die Gutachter des Amtes, die daraufhin eine Expertise erstellen und vorschlagen, das Bauwerk in die Denkmalliste des jeweiligen Bundeslandes aufzunehmen (oder auch nicht). Auch bedingt das nachrichtliche System, dass der Eigentümer die Nachricht vom Amt für Denkmalschutz erhält und mit dieser Nachricht beim Finanzamt die steuerliche Würdigung seiner Erwerbskosten und Sanierungsmaßnahmen beantragt. Hier ist wichtig zu wissen, dass die Nachricht über das Gutachten vom Denkmalschutzamt an den Eigentümer keinen rechtsverbindlichen Charakter trägt. Dennoch beanstanden die Finanzämter diese Nachricht regelmäßig nicht, sondern akzeptieren die Kosten beim Steuerabzug. Diese Kosten müssen wiederum dem Erhalt des denkmalwürdigen Zustandes zugutekommen.
  • Konstitutives System: Der Eigentümer stellt selbst den Antrag, seine Immobilie in die Denkmalliste aufzunehmen. Dieser Antrag wird wiederum durch Gutachter geprüft, ebenfalls entsprechend den Denkmalschutzrichtlinien des Bundeslandes sowie den Expertenkenntnissen der Gutachter. Im Unterschied zum nachrichtlichen System ist der anschließende Bescheid rechtsverbindlich, das Amt für Denkmalschutz erlässt einen entsprechenden Verwaltungsakt. Das Denkmal gehört nun offiziell zu den schützenswerten Immobilien und wird dementsprechend steuerlich gefördert.

 

Diese Denkmalimmobilien sind aktuell im Angebot: